Petra Beck

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Die Story von Sonne und Wind

Der Wind und die Sonne stritten sich, wer es wohl schaffen würde, den einsamen Wanderer dazu zu bringen, seinen Mantel auszuziehen.
Der Wind blies und stürmte und der arme Mann zog seinen Mantel immer fester um seinen Leib. Dann war die Sonne dran. Liebevoll sandte sie ihre Strahlen aus und schon bald öffnete der Mann den obersten Mantelknopf und kurze Zeit später zog er den Mantel aus.

Der Steinhauer


Es war einmal ein Steinhauer, des es leid war, in der brütendheißen Sonne Steine aus dem Berg zu hauen. "Es ist so schrecklich mühselig, Steine zu hauen, und diese Sonne! Wie gern würde ich den Platz mit ihr dort oben am Himmel tauschen und so allmächtig sein wie sie", sagte der Steinhauer laut zu sich.
Auf wundersame Weise erfüllte sich sein Wunsch, und er wurde zur Sonne. Freudig sandte er seine Strahlen hinab, mußte jedoch rasch erkennen, dass sie von den Wolken abprallten. "Was nutzt es, die Sonne zu sein, wenn die Wolken meine Strahlen aufzuhalten vermögen?", klagte er. Und er wurde eine Wolke, flog über der Welt dahin, regnete auf sie hinab und wurde schließlich vom Wind zerfetzt und verweht. "Ah, der Wind kann also die Wolken verwehen, so muß er wohl das stärkste Element sein. Ich möchte der Wind sein." Und er wurde zum Wind. Er wehte und blies und toste. Doch eines Tages verwehrte ihm eine hohe Wand den Weg. Es war ein Berg. "Was nutzt es, der Wind zu  sein, wenn ein Berg mich aufhalten kann?" So wurde er ein Berg. Doch alsbald spürte er etwas an ihm hämmern. Es war ein Steinhauer.


 
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