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Im Gespräch

Interview
Was hat Sie bewogen, Ihren Beruf als Beraterin zu ergreifen?

W√§hrend einer Beratungssitzung wurde ich gebeten meine Gef√ľhle zu beschreiben. Es ging um meinen Trennungsschmerz. Meine Mutter starb, als ich noch sehr klein war.
Es war mir nicht möglich "Worte" zu finden, also bat ich darum es an Hand eines Bildes zu beschreiben. Das Bild von Edward Munch "der Schrei" beschreibt im Ansatz meine Emotionen, die ich damals als Kind hatte. Das war die Geburtsstunde der Idee Kunsttherapeutin zu werden.

Über einen längeren Selbsterfahrungsprozess war ich in der Lage mein Potenzial zu erkennen und zu nutzen. So hat sich dann automatisch meine Weiterbildungslaufbahn (Kunsttherapie, Lebens-und Sozialberatung, systemische Aufstellungsleitung) entwickelt.

Welche besonderen Fähigkeiten sind Ihrer Meinung nach in Ihrem Beruf gefordert?

Kreativit√§t, Einf√ľhlungsverm√∂gen, Geduld und Aufmerksamkeit.

Weshalb haben Sie sich gerade f√ľr Ihre Arbeitsschwerpunkte entschieden?

Mein Schwerpunkt "Krisenbewältigung" hat sich aus meiner Biografie entwickelt. Gerade wenn es um Krankheit, Tod oder Trauerbewältigung geht, bin ich eine kompetente und erfahrene Ansprechpartnerin.
Die Themen Rund um das Thema "Konflikt" (Partnerschaft, Elter-Kind Beziehung, Mitarbeiterf√ľhrung, Teambuilding) haben sich im Rahmen meiner beruflichen Laufbahn entwickelt.
Und "last but not least" das Thema "Kreativit√§t", weil ich gerne andere dabei unterst√ľtze ihr Potenzial zu entfalten oder Workshops designe.

Was erachten Sie als Ihren bisher größten beruflichen Erfolg?

F√ľr mich sind die sch√∂nsten Momente, wenn KlientInnen in der Beratung mit einem erleichterten und befreiten Gef√ľhl meine Praxis verlassen.
Wenn sich etwas f√ľr sie sichtbar und sp√ľrbar 'gel√∂st' hat.

Wodurch glauben Sie, k√∂nnten die Menschen vermehrt f√ľr Ihre Dienstleistungen interessiert werden?

Weil ich mit kunsttherapeutischen Methoden und systemischer Aufstellungsarbeit einen stimmigeren L√∂sungsweg mit den KlientInnen erarbeiten kann. Was √ľber das Beratungs-/Therapiegespr√§ch ggf. mehrere Sitzungen dauern kann, kann mit meinen speziellen Interventionen schneller zum Punkt f√ľhren.

Was ist der Unterschied zwischen Beratung und Therapie?

In einer Therapie besch√§ftigt man sich √ľblicherweise lange mit der Ursache, bevor man eine L√∂sung erarbeitet. Achtung: kommt immer auf TherapeutIn und Therapiemethode an. Zu TherapeutInnen kommen haupts√§chlich PatientInnen, die nach ICD 10 Code (Klassifikationssystem der Psychosen und Neurosen) eingestuft wurden. Die Termine laufen meistens zyklisch, sind 1x w√∂chentlich und k√∂nnen √ľber Jahre dauern (je nach Einstufung).

(Lebens-und Sozial ...) Beratung ist haupts√§chlich zukunftsorientiert, der Schwerpunkt liegt im 'Hier und Jetzt', der ressourcenorientierte Ansatz steht im Vordergrund. Es wird gemeinsam nach einer L√∂sung gesucht. Beratungen sind f√ľr 'gesunde' TeilnehmerInnen gedacht (siehe Gesundheitsbegriff der WHO). Das Anliegen ist meistens nach 1nem oder nach dem 2ten Termin bearbeitet.

Selbstreflexion oder Selbsterfahrung ist bei TherapeutInnen und bei Lebens- und SozialberaterInnen möglich.
Hinweis: Schriftlich best√§tigte Selbsterfahrungstermine werden f√ľr die Lebens- und Sozialberater Ausbildung angerechnet.
Das hei√üt: KlientInnen, die f√ľr Selbsterfahrung einen Praxistermin bei mir buchen, werden dar√ľber informiert. Ich bin befugt diese Teilnahmebest√§tigung auszustellen.

Was bedeutet f√ľr Sie Gl√ľck?

Zufrieden sein mit dem, was ich habe und bin.

Wenn Sie die ber√ľhmte "Gute Fee" nach drei W√ľnschen fragen w√ľrde, welche w√ľrden Sie √§u√üern?

1) Dass alle Menschen mit einer gesunden Portion Mut und Stärke ausgestattet sind, sodass sie ihr Potenzial mehr zur Entfaltung bringen können.

2) Dass jeder Mensch einen Selbsterkenntnisprozess beschritten hat und somit achtsamer mit sich selbst und der Umwelt umgehen kann.

3) Dass jeder Mensch auf der Welt das Recht auf Entfaltung leben und nutzen kann und darf, mit der Bedingung, dass es ethisch und moralisch vertretbar ist. (‚ÄěHandle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten k√∂nnen.‚Äú nach Imanuel Kant, Grunds√§tze der reinen und praktischen Vernunft)

Was ist Ihr Lebensmotto?

Was immer Du tun kannst oder träumst es zu können, fang damit an.
Johann Wolfgang v. Goethe (1749 - 1832)

Welche wichtige Frage haben Sie in diesem Interview vermisst?

Wie stehen Sie zu spirituellen Beratungsmethoden oder -ansätzen?

... und wie w√ľrden Sie darauf antworten?

Ich bin √ľberzeugt davon, dass es mehr gibt, als wir wissenschaftlich beweisen k√∂nnen. Nur weil wir noch keine Ger√§te haben, die ... messen k√∂nnen, muss es nicht hei√üen, dass die Existenz von ... ausgeschlossen ist.
Z.B. die sogenannten Geistheiler, die es in jeder Kultur gibt, arbeiten genauso gut und auf ihre Art erfolgreich. Wichtig ist als BeraterIn oder als TherapeutIn zu erkennen, was der/die KlientIn braucht und ob die Methode vertretbar und seri√∂s ist. Auch ich bin spirituellen Methoden gegen√ľber aufgeschlossen. Methodisch wende ich diese dann an, wenn es f√ľr die Situation und f√ľr die Klientin oder den Klienten passt.
Mein Grundsatz: Wer heilt, hat Recht!

 
 
 
 
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